Wein & Provence

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Wein & Provence


Die Provence ist viel mehr als nur die Heimat der Rosé Weine. Seit Jahrhunderten sind die Sonne, der trockene Wind und optimale Böden Grundlagen für den vielfältigen Weinbau in unserer Umgebung. Vielleicht besuchen Sie ja einmal unsere Domaine des Féraud in Vidauban. Dann sollten Sie sich auf alle Fälle an folgende Tipps für Naturliebhaber und Freunde regionaler kulinarischer Spezialitäten erinnern. Geschichte des Weinbaus im Südosten Frankreichs reicht bis in die Zeit der alten Griechen zurück. Phokäer, deren heutige Nachfolgesiedlungen in der türkischen Provinz Izmir liegen, sind die Pioniere des französischen Weinbaus. Sie haben im 6. Jahrhunderts vor Christus die ersten mitgebrachten Weinstöcke vermutlich auf dem Hermitage-Berg und an der Côte de Rôtie gesetzt und rund um ihre Kolonie in Massilia, dem heutigen Marseille, das Erbe des Weinbaus verankert.

Da die Methode der Mazeration zu dieser Zeit sehr wenig bekannt bzw. verbreitet war, geht man davon aus, dass die Weine jener Zeit eher roséfarben als rot waren. Weine aus der Provence haben also nicht nur die Tradition des französischen Weinbaus begründet. Die ersten französischen Weine waren vermutlich auch Rosés.

Intensiv betrieben die Römer Weinbau in der Provence, der ersten römischen Provinzen außerhalb Italiens. Und sie exportierten den Wein im großen Stil nach Rom. Der Römische Kaiser Domitian erließ im Jahr 96 nach Christus sogar ein Gesetz, um die Menge provencalischen Weins zu begrenzen und den Absatz des römischen Weins zu schützen.

Nach der Römerzeit verlaufen sich die Spuren des Weinbaus und -handels im Süden Frankreichs. Erst mit dem päpstlichen Hof in Avignon (1309-1423) betritt der Wein des Südens wieder die Bühne der Welt-Geschichte. Allerdings nur für kurze Zeit, denn die burgundische Macht hält in der Folge Weine aus dem Süden durch Wegezölle und andere Barrieren erfolgreich von Paris fern und schließt sie de facto vom Handel mit England aus. Nach einem ersten Aufstieg Ende des 17. Jahrhunderts vernichteten Mitte des 19. Jahrhunderts Mehltau und Reblaus – wie später auch in anderen Weinbaugebieten – einen Großteil der Weinstöcke in der Provence. Der erneute Aufschwung gelang nach der erfolgreichen Schädlingsbekämpfung durch Aufpfropfen der Oberteile französischer Rebsorten (Edelreiser) auf reblausresistente amerikanische Wurzelstöcke mit dem sukzessiven gesetzlichen Schutz der Herkunftsgebiete (Appellation d'Origine Contrôlée) ab 1936, zuerst u.a. mit dem Gebiet des Châteauneuf-du-Pape.


Die Appellation Côtes des Provence


Das Weinbaugebiet Côtes de Provence, das am 24. Oktober 1977 zur Appellation d'Origine Côntrolée erklärt wurde, ist das weitaus größte Ursprungsgebiet im Südosten Frankreichs. Ca. 20 000 Hektar sind AOC berechtigt, das Gebiet erstreckt sich über die Départements Var, Alpes-Maritimes und Bouches-du-Rhône. Die meisten Weinberge finden sich im Département Var, an der Mittelmeerküste und nördlich des Maurenmassivs. Hier, im Herz der Côtes de Provence rund um Vidauban liegt auch die Domaine des Féraud. Im Westen schließen die Appellationen Coteaux d'Aix-en-Provence, Coteaux Varois en Provence und Palette an, am Mittelmeer, östlich von Marseille die kleinen Appellationen Cassis und Bandol, bei Nizza die Appellation Bellet.

Rund 80 % der Côtes de Provence Produktion sind Roséweine. Mit ca. 150 Millionen Flaschen sind die Winzer in der Provence in Frankreich die mit Abstand größten Produzenten von Roséweinen und erzeugen ca. 40% der französischen und 6% der weltweiten Menge. Gut 10% der Produktion entfallen auf Rotweine, ca. 5% auf Weißweine.

Von den 1955 als besonders hochwertige Weinlagen klassifizierten 24 „Crus“ der Provence liegen 14 im heutigen Weinbaugebiet der Côtes de Provence („Crus Côtes-de-Provence“).


Klima und Böden

Der Weinbau im Gebiet der Côtes de Provence profitiert direkt durch das milde Klima in Meeresnähe. Der heftige Mistral, der an 150 Tagen im Jahr weht, sorgt regelmäßig für trockene Luft aus dem Landesinneren Frankreichs. Die dadurch geringe Luftfeuchtigkeit begünstigt eine gute Rebgesundheit und hält Krankheiten fern. Der Mistral bläst auch die Wolken fort und lässt die Sonne mehr als 3000 Stunden im Jahr scheinen, das ist französischer Rekord! Die oft steinigen Böden des Weinanbaugebiets sind zudem fähig, diese Wärme optimal zu speichern.

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge von 600 mm verteilt sich auf Herbst und Frühling und sichert eine gute Regeneration der Weinberge im Winter und Pflanzenwachstum im Frühjahr. Die Reben profitieren von der frühen Blüte und dem heißen Sommer, der die volle Reifung der Beeren gewährleistet. Daher beginnt die Ernte auch bereits Ende August/Anfang September. Chaptalisation (Zuckerung) des Mosts ist daher nicht nur verboten, es ist für die Winzer der Provence ein Fremdwort.

Die Reben der Appellation Côtes de Provence wachsen generell auf sehr mageren, wasserdurchlässigen, steinigen Böden - generell eine ideale Voraussetzung für gute Weine. Dabei kommen in der Provence zwei grundsätzlich unterschiedliche Bodentypen vor. Ton- und kalkhaltige Böden im Norden und sehr alte Bergmassive aus Schiefergestein im Süden, in der Nähe des Meeres. Hinsichtlich der geologischen und geografischen Voraussetzungen gibt es durchaus unterschiedliche Terroirs innerhalb der Appellation Côtes de Provence. Kalkhaltige Böden an den Hängen des Hochlandes und im "Bassin du Beausset", rote Stein-, Ton- und Sandböden aus dem Erdaltertum (Paläozoikum, vor 80 - 60 Mio. Jahren) im Hinterland des kristallinen Massif des Maures, Granit- und Schieferböden vom Felsmassiv "des Maures" zur Küste hin und felsige, tonhaltige Böden in der Produktionszone des Bergmassivs St. Victoire.


Die Vorschriften der Appellation Côtes de Provence

Rosé- und Rotweine der Côtes de Provence – für beide gelten die gleichen Vorschriften – sind grundsätzlich Cuvées. Das bedeutet, dass verschiedene Rebsorten entweder gemeinsam gekeltert oder vergoren werden oder dass das Endprodukt aus Partien verschiedener Rebsorten zusammengestellt wird. Die Komposition der Cuvées (Cuve = Gärbehälter) wird in Frankreich als „assemblage“ bezeichnet. Dieses in Deutschland, Österreich und der Schweiz relativ seltene Verfahren wird in den warmen Anbauregionen genutzt, um durch die unterschiedlichen Eigenschaften mehrerer Rebsorten möglichst vielschichtige und qualitativ hochwertige Weine zu erzeugen. Ein optimal zusammengeführtes Cuvée schmeckt besser als jede Partie für sich. Weine aus dem Burgund und dem Bordeaux, der Toskana oder dem Rioja-Gebiet sind wie Weine aus der Provence ebenfalls meist Cuvées. Der Châteauneuf-du-Pape besteht sogar aus bis zu 13 unterschiedlichen Rebsorten.

Für Rosé- und Rotweine der Appellation Côtes de Provence sind eine Vielzahl von Rebsorten zugelassen. Die sogenannten „cépages principaux“ sind Cinsault, Grenache, Mourvèdre, Syrah und Tibouren. Von diesen Rebsorten müssen auf jeden Fall zwei verwendet werden. Der Anteil der Hauptsorten an den Cuvées muss seit 2005 mindestens 70% – ab 2015 mindestens 80% – betragen. Der Anteil einer einzigen Hauptsorte darf nicht größer als 90% sein. Als cépages secondaires – mit einem Anteil von maximal 40% – sind die Sorten Barbaroux, Calitor, Carignan und der Cabernet-Sauvignon zugelassen. Die Rebsorten Barbaroux und Calitor werden seit dem Jahr 1995 jedoch nicht mehr gepflanzt und schrittweise durch andere, bessere Sorten ersetzt.

In den Rot- und Roséweinen sind zudem maximal 10 % jener weißen Rebsorten zugelassen, die für die Produktion von Weißweinen in der Côtes de Provence erlaubt sind: Clairette, Sémillion, Ugni Blanc und Rolle (Vermentino).

Die Erträge je Hektar sind auf maximal 55 Hektoliter pro Hektar beschränkt. Aus der Begrenzung der Fläche pro Rebstock (maximal 2,5 qm) resultieren maximal 4000 Rebstöcke pro Hektar.


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